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November

November. Es wird dunkel und kalt. Die Stadt in Nebel gehüllt. Die Burg nicht mehr zu sehn. Die Lichter zu schwach, der Regen zu stark. Nicht einmal mehr schwarz und weiß, sondern ein grauer Brei. Hoffnungslosigkeit.

In der Welt. In all dem Leid. In all den Fragen nach dem Sinn. Wo wollen wir eigentlich hin? Das hab ich mich zur Zeit oft gefragt und viele andere um Rat gefragt. Doch keine Antwort, nicht mal von dem, der selbst die Antwort ist. Nur grau und Nebel und keine Sicht auf die Burg.

Und dann kommt der Advent, was Ankunft bedeutet, was das Kommen des einen Lichts einläutet. Aber in der Welt bleibt es immer noch dunkel.

Doch Ankunft impliziert meistens auch Warten. Aushalten. Durch den Nebel gehen. Dinge auch einfach mal nicht verstehen. Das Leid, das Ziel, den Weg, den Sinn. All das steckt in unserem Leben eben drin.

Doch das, was hier doch das Wichtige ist, ist, dass das Licht nicht das Licht durchbricht. Sondern in der Dunkelheit scheint.

Es muss nicht alles hell sein, um ihm zu vertrauen. Mit ihm kann ich auch im Dunkel mein Leben auf einen starken Fels mit Burgblick bauen. Das Dunkel ist nur da, wo das Licht nicht ist. Also lass ich es zu, dass das Licht durchbricht. Dieses kleine Licht, auch im Dunkel geboren und doch zum hellsten Stern auserkoren. Ich lasse es zu, dass dieses Licht, wenigstens mein kleines Leben durchbricht.

Er ist mein Fels und meine Burg uns meine kleine Laterne. Und ich wünsche mir, dass meine Laterne andere entfacht und brennt und leuchtet und nicht erlischt. Sondern ein richtiges Feuer entsteht. Ein Leuchtfeuer der Hoffnung. Ein Licht auf unserem Weg. Ein fester Punkt im grauen Brei. So zünde ich die erste Kerze an und denk daran, wie viel größer das eigentliche Licht in meinem Leben ist. Und dann vergesse ich nicht das Grau, aber ich freue mich über all die Orte, wo das Licht schon jetzt die Dunkelheit durchbricht.

Und sollte es doch mal dunkel sein und neblig und die Burg nicht mehr in Sicht. So weiß ich doch, dass dieser Eine mich sicher nie vergisst. Und mit mir geht auch durch die Nacht, mich nicht dem Dunkel gibt. Weil er selbst ins Dunkle für mich ging, weil er mich so sehr liebt.

Elisabeth Kneip

Gott im Zentrum

„Gott im Zentrum“ ist unser Motto für das Jahr 2018: Wir wollen Gottes Liebe empfangen und diese Liebe mitten in der Stadt weitergeben. Für uns persönlich und für Gottes Wirken in der Stadt dürfen wir viel erwarten. Chris Tomlin drückt diese Erwartung in seinem Lied „God of this City“ aus: